Die Gedenkeiche. Eine Erinnerung an Stadtteil-Jubiläum und Komponisten. (Solinger Tageblatt - gika)

12.10.2009 (Alter: 331 tage)

Von: Solinger Tageblatt - gika

„Eine Eiche steht für Beständigkeit, Vitalität, Durchsetzungskraft. Diese Robustheit wünsche ich Witzhelden“, verkündet der Leichlinger Bürgermeister Ernst Müller, der mit einer Rede die Einweihung des Baumes eröffnet.

Dr. Ulrich Braun, Vorsitzender des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Witzhelden e.V., gibt einen Einblick in die Historie des Stadtteils: Erstmalig wurde dieser in einer Bulle, einer päpstlichen Urkunde, die am 14.10.1184 von Papst Lucius III erlassen wurde, erwähnt. Es sei jedoch davon auszugehen, dass bereits im neunten und zehnten Jahrhundert in der Gegend von Witzhelden gesiedelt wurde.

Neben dem Geburtsdatum des Stadtteils ist jedoch noch ein weiteres Datum auf dem von Stefan Bauer entworfenen Gedenkstein neben der Eiche zu lesen. Hierbei handelt es sich um die Lebensdaten des gebürtigen Witzhelder Komponisten Johann Wilhelm Wilms (1772-1847).

„Heute ist ein toller Tag“, freut sich Dr. Ernst A. Klusen, der 1970 seine Doktorarbeit über den Komponisten schrieb, die später auch als Buch verlegt wurde. Gemeinsam mit Gleichgesinnten ist er Begründer der „Internationalen Johann Wilhelm Wilms Gesellschaft“. „In den 60ern noch zog ich bei der Aussage, bei Wilms handele es sich um einen bedeutenden Komponisten, skeptische Blicke auf mich. Die Zeit für Wilms ist nun reif“. Eine CD des Witzheldener Komponisten sei sogar von der New York Times zur „Best of the Year 2004“ im Bereich Klassik gewählt worden. Auch heute sei wieder ein wichtiger Schritt zur Erhaltung seines Andenkens getan worden: „Wer einen Baum pflanzt, der glaubt an die Zukunft!“ Besonderer Dank für die Verwirklichung des Projekts gebührt auch der Familie Hilscher, die ihren landwirtschaftlichen Boden zur Pflanzung des Baumes zur Verfügung stellte.